Europäisch-orientalische Küchenbrigade feiert Premiere

Meeting des gemischten Kochteams – Wer kocht wem was vor?

Zusammen mit  Kindern und Jugendlichen tummelten sich am Mittwochabend (14. 9.) zeitweise 17 kochbegeisterte Leute in der Küche des katholischen Gemeindehauses St. Katharina in Esslingen-Sulzgries. Da ist es doch recht eng geworden. Doch es klappte. Zum ersten Mal wurde gemeinsam gerührt, geschnitten, gewürzt und gekocht. Das Klischee, wonach viele Köche den Brei verderben, löste sich in köstliches Wohlgefallen auf.

Profis in ihrem Element: Die Syrer Hamza Al Nashar (links) und Yasser Aldiri sind gelernte Köche mit internationaler Erfahrung. Aldiri arbeitete im Libanon, Al Nashar schwang ein Jahr lang im Sudan die Kochlöffel.

Profis in ihrem Element: Die Syrer Hamza Al Nashar (links) und Yasser Aldiri sind gelernte Köche mit internationaler Erfahrung. Aldiri arbeitete im Libanon, Al Nashar schwang ein Jahr lang im Sudan den Kochlöffel.

Die europäisch-orientalische Küchenbrigade bestand zu einem Teil aus syrischen Frauen und Männern – darunter zwei gelernte Köche, der andere Teil setzte sich zusammen aus Deutschen, teils mit italienischen Wurzeln und wer weiß, mit welchen Wurzeln noch. Sie alle gehören zum Team Kochen der Netzwerkinitiative Gemeinsam für Flüchtlinge in RSKN.

Es dominierten zum Auftakt der „Kochorgie“ Rezepte aus Syrien. Aus gutem Grund ist das jetzt von Krieg und Vertreibung gezeichnete Land für seine hervorragende Küche im arabischen Raum bekannt. Das gilt besonders für Süßspeisen, die ihrem Namen in besonderer Weise Ehre machen. Baklava beispielsweise, es handelt sich um ein Gebäck mit Nüssen, Mandeln und Pistazien. Sie werden von einem mit Rosenwasser aromatisierten Zuckersirup überzogen, sodann in einen speziellen Strudelteig eingerollt und anschließend ausgebacken. Nach einer Überlieferung, stammt übrigens der hier „eingebürgerte“ Strudelteig ursprünglich aus Arabien. Über Ägypten, Palästina und Syrien, fand demnachdieser hauchdünne Baklava-Teig als länger haltbarer Reiseproviantschon vor mehr als 500 Jahren über die heute sogenannte Balkanroute via Ungarn nach Wien. Die Kaffeehäuser in der Stadt an der Donau sind heute noch wegen ihres knusprig-leckeren Apfelstrudels berühmt. So schließt sich einmal mehr auch hier der Spannungsbogen zwischen  Orient und Okzident, die kulturelle Verbindung von Morgenland und Abendland.

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Angerichtet – die kulinarische Zwischenbilanz nach gut einer Stunde Kochzeit

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Spät am Abend: laue Luft, gedeckter Tisch, hungrige Mäuler

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Die europäisch-orientalische Küchenbrigade aus RSKN will sich in wechselnder Besetzung alle 14 Tage zum Kochen treffen. Wer dort mitmachen will, sollte auch bereit sein, Rezepte zu liefern, einzukaufen, zu spülen und die Küche zu putzen.
Mehr Infos: Team Kochen im Internet
Kontakt: kochen@fluechtlinge-rskn.de

Fotos: B. Dotzauer, R. Hillgärtner

Presse-Team GfF

Das Presse-Team der Initiative Gemeinsam für Flüchtlinge in RSKN berichtet über Neuigkeiten rund um die Initiative und ihre Aktivitäten. Kontakt: presse.gff-rskn@t-online.de

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